Last Update:
22.10.2001

Un hier is mein Jästebuch

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Feari Drachentänzers Barbarenpage

Kowalski, leider ist dieses herrliche Magazin eingestellt worden. Anfang der 90er wohl das genialste was ich gelesen habe. So hervorragende Sachen wie: “Das kleine Arschloch” wurden dort veröffentlicht. Sozialkritische und hintergründige Autoren wie Sonate Bachstelz, Hanz Kantereit, Axel Marquardt, Rattelschneck, Fanny Müller uvm. haben dort ihre Gedanken hinterlassen.
Auf dieser Seite und Unterseiten werde ich einige Beispiele ihrer Genialität vorstellen.
Erschienen ist Kowalski durch die Semmel-Zeitschriften-Verlags-GmbH. Sollten irgendwelche Einwände durch den Verlag oder den Autoren bestehen, so werde ich nach einer verifizierten Unterlassungsbitte diese Seiten aus dem Netz
nehmen. Mail bitte an
mich!

Ans Licht gebracht (Ohne Autor)
 

Der Büroangestellte Dietmar Stange spannte ein weißes Blatt in seine Schreibmaschine und nahm sich vor, an nichts zu denken und wie zufällig Buchstabe für Buchstabe anzuschlagen. Er tippte zuerst ein P, dann ein h, ein a, ein r usw.., und als er schließlich das Wort las, das er geschrieben hatte, hieß es : Pharmazieassistent”. Er aber konnte mit diesem Wort nichts anfangen, weshalb er den Bogen wieder aus der Maschine nahm, ihn zerknüllte und in den Papierkorb warf.

*

In der Nacht vor dem Tage, an dem Herr Walther seine Frau mit einem Hammer erschlug, lag diese lange Zeit schlaflos im Ehebett. Sie dachte daran, wie es wohl sein werde, mit einem Hammer erschlagen zu werden, wo es wohl sein werde, und ob sie sich wehren sollte. Aber schließlich sah sie ein, daß es keinen Sinn hatte, sich Gedanken über etwas zu machen, das ohnehin unabwendbar war, und schlief ein.

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Der Futterneid ist eine der liebenswertesten Eigenschaften von Tieren. Oft und gern binde ich mein Wellensittichmännchen an eine Käfigstange fest, während ich dem Weibchen eine Extraration Körner vorschütte. Dann beobachte ich mit stiller Freude, wie das Männchen langsam vor Neid gelb anläuft.

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Gerda hat ihr Lieblingshymen verloren. Sie kann sich auch ums Verrecken nicht daran erinnern, wo sie es zum letztenmal gesehn hat. Nun ist guter Rat teuer. Irgendein x-beliebiges will sie nicht, das kann man ja verstehen, aber so ganz ohne? Vielleicht überlegt sie es sich noch einmal.

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Das Geschlechtsleben ist eine zu schöne Sache, als daß man es anderenüberlassen sollte.

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Von allen Dingen dieser Welt liebe ich am meisten das Vorfahrtszeichen, besonders dann, wenn es mir Vorfahrt gewährt.

Als der Delinquent Peter Z. in der Justizanstalt Wuppertal, wohl versehen mit den Gnadenmitteln unserer Heiligen Kirche, schon vor dem Richtbock kniete und der Scharfrichter schon sein Beil erhob und es mit einem furchtbaren Streich auf seinen entblößten Nacken niedersausen lassen wollte, erhob der Justizbeamte Herbert P. seine rechte Hnad und unterbrach mit einem donnernden: HALT! die Exekution. Ihm war nämlich zwischenzeitlich klargeworden, daß die Todesstrafe in der Bundesrepublik Deutschland schon 1949 abgeschafft worden war und somit eigentlich keine rechtliche Grundlage für eine Hinrichtung gegeben war.

*

“Du bildest dir seit Jahren ein, ich könne nicht sprechen”, sagte seine Katze zu Albuschies, “hab ich recht?”
“Ist das verwunderlich”, entgegnete Albuschies, “wo doch erstens Tiere im allgemeinen nicht sprechen können, und zweitens du im speziellen seit Jahren deine Schnauze  gehalten hast?”
“Nein, da hast du recht”, sagte die Katze, “woher solltest du auch wissen, daß ich sprechen kann. Aber nun weisst du’s, und jetzt plauschen wir ein wenig, einverstanden?”
“Ach, ich weiss nicht”, sagte Albuschies, “mir ist eigentlich nicht nach Plauschne zumut, vielleicht ein andermal.”
“Gut”, sagte die Katze, “aber ich glaube nicht, daß ich noch einmal in meinem Leben die Schnauze aufmache, ich meine, zum Reden.”
“Dann lass es sein”, sagte Albuschies.
Da rollte sich die Katze ein und schlief weiter.

*

Worüber ich mir immer wieder Gedanken mache, ist dies: Wissen die Vögel eigentlich jedesmal, wohin sie wollen, wenn sie losfliegen, oder fliegen sie einfach los und denken sich : Irgendwo werden wir schon landen?

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Für einen Autor ist es furchtbar, nicht zu wissen, wann der Leser seine Zeilen liest: ob am frühen Morgen, am hellichten Tag oder in der tiefen Nacht. Wenn er es wüßte, könnte er sich gut darauf einstellen.